Die Habsburger Zeit (1526–1742)

Karte_Schlesien_Reis-AtlasNach dem Tod des böh­mi­schen Königs Lud­wig II. in der Schlacht bei Mohács (1526) kam die böh­mi­sche Königs­würde an Fer­di­nand I. und somit an die Dynas­tie der Habs­bur­ger. 1526–1742 waren die Habs­bur­ger als Könige von Böh­men gleich­zei­tig auch Her­zöge von Schle­sien. Im 16. Jahr­hun­dert wurde fast ganz Schle­sien pro­tes­tan­tisch. Bekannte schle­si­sche Refor­ma­to­ren waren unter ande­rem Johann Heß und Cas­par von Schwenck­feld, auf des­sen Theo­lo­gie sich die noch bis ins 17. Jahr­hun­dert in Schle­sien ver­tre­te­nen Schwenk­fel­dia­ner berie­fen. Auch die radikal-reformatorische Täu­fer­be­we­gung bil­dete in Schle­sien Gemein­den aus (Gabrie­ler). Die Ver­fol­gun­gen der Pro­tes­tan­ten im Zuge der in habs­bur­gi­schen Lan­den nach 1620 durch­ge­führ­ten Gegen­re­for­ma­tion wur­den in Schle­sien durch Tole­ranz­ver­ein­ba­run­gen been­det. Im Jahr 1537 setzte der Lie­gnit­zer Her­zog Fried­rich II. ent­ge­gen den Ver­ein­ba­run­gen die bran­den­bur­gi­schen Hohen­zol­lern als Erben ein, wurde aber schon 1546 zum Wider­ruf die­ses Erb­ver­trags gezwun­gen. Als 1675 der letzte Her­zog aus der her­zog­li­chen Linie von Lie­gnitz, Georg Wil­helm, starb, der zugleich der letzte Piast war, erhob Kur­bran­den­burg Anspruch auf des­sen Her­zog­tü­mer. Spä­ter kon­stru­ierte der Preu­ßen­kö­nig Fried­rich II. dar­aus einen Anspruch auf ganz Schle­sien für Preu­ßen. Seit der zwei­ten Hälfte des 17. Jahr­hun­derts war Schle­sien das wirt­schaft­lich wich­tigste Gebiet der Habs­bur­ger Mon­ar­chie (Textilherstellung).

(Bild: Nie­der­län­di­sche Karte des Her­zog­tums Schle­sien um 1700. Aus dem Reis-Atlas. Quelle: Wiki­me­dia Com­mons, gemein­frei)


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