Die Habsburger Zeit 1526–1742

Nach dem Tod des böh­mi­schen Königs Lud­wig II. in der Schlacht bei Mohács (1526) kam die böh­mi­sche Königs­wür­de an Fer­di­nand I. aus dem Hau­se Habs­burg. 1526–1742 waren die Habs­bur­ger als Köni­ge von Böh­men gleich­zei­tig auch Her­zö­ge von Schle­si­en. Fer­di­nand I. war von 1558 bis 1564 Kai­ser des Hei­li­gen Römi­schen Rei­ches. Ab 1521 war er als Erz­her­zog von Öster­reich Herr­scher in den habs­bur­gi­schen Erb­lan­den und ab 1526/1527 König von Böh­men, Kroa­ti­en und Ungarn. Bereits zu Leb­zei­ten sei­nes Bru­ders, des Kai­sers Karl V., wur­de er 1531 zum römisch-deut­schen König gewählt und als letz­ter deut­scher König in Aachen gekrönt.

Schle­si­en zur Zeit der Habs­bur­ger (Wiki­me­dia, zie­gel­bren­ner / CC BY-SA 3.0) 

Im 16. Jahr­hun­dert wur­de fast ganz Schle­si­en pro­tes­tan­tisch. Bekann­te schle­si­sche Refor­ma­to­ren waren unter ande­rem Johann Heß und Cas­par von Schwenck­feld, auf des­sen Theo­lo­gie sich die noch bis ins 17. Jahr­hun­dert in Schle­si­en ver­tre­te­nen Schwenk­fel­dia­ner berie­fen. Auch die radi­kal-refor­ma­to­ri­sche Täu­fer­be­we­gung bil­de­te in Schle­si­en Gemein­den aus (Gabrie­ler). Die Ver­fol­gun­gen der Pro­tes­tan­ten im Zuge der in habs­bur­gi­schen Lan­den nach 1620 durch­ge­führ­ten Gegen­re­for­ma­ti­on wur­den in Schle­si­en durch Tole­ranz­ver­ein­ba­run­gen been­det. Im Jahr 1537 setz­te der Lie­gnit­zer Her­zog Fried­rich II. ent­ge­gen den Ver­ein­ba­run­gen die bran­den­bur­gi­schen Hohen­zol­lern als Erben ein, wur­de aber schon 1546 zum Wider­ruf die­ses Erb­ver­trags gezwun­gen. Als 1675 der letz­te Her­zog aus der her­zog­li­chen Linie von Lie­gnitz, Georg Wil­helm, starb, der zugleich der letz­te Pia­st war, erhob Kur­bran­den­burg Anspruch auf des­sen Her­zog­tü­mer. Spä­ter kon­stru­ier­te der Preu­ßen­kö­nig Fried­rich II. dar­aus einen Anspruch auf ganz Schle­si­en für Preu­ßen. Seit der zwei­ten Hälf­te des 17. Jahr­hun­derts war Schle­si­en das wirt­schaft­lich wich­tigs­te Gebiet der Habs­bur­ger Mon­ar­chie.