Die Gründungsjahre

Auf der ers­ten Groß­kund­ge­bung der Schle­si­er 1949 in Mün­chen sprach der spä­te­re ers­te Bun­des­ver­trie­be­nen­mi­nis­ter und frü­he­re Ober­prä­si­dent von Ober­schle­si­en, Dr. Hans Luka­schek (re.) – im Gespräch dem dama­li­gen Münch­ner Vor­sit­zen­den Dr. Her­bert Hup­ka

Nach Ende des Krie­ges wur­de die Inte­gra­ti­on der Flücht­lin­ge und Ver­trie­be­nen von den Alli­ier­ten zur allei­ni­gen Auf­ga­be der Deut­schen erklärt. Eine öffent­li­che Debat­te über eine mög­li­che Rück­kehr in die Hei­mat soll­te auf jeden Fall ver­hin­dert wer­den. Voll­stän­di­ge Assi­mi­la­ti­on war das Ziel. „Die Ein­glie­de­rung der Flücht­lin­ge und Ver­trie­be­nen soll ihr orga­ni­sches Auf­ge­hen in der ein­hei­mi­schen Bevöl­ke­rung gewähr­leis­ten“, hieß es etwa im Gesetz Nr. 303 in Baden-Würt­tem­berg vom Febru­ar 1947. So wur­den die Hei­mat­ver­trie­be­nen weit ver­streut und in länd­li­chen Gebie­ten ange­sie­delt, vor allem in Schles­wig-Hol­stein, Nie­der­sach­sen und Bay­ern. Bis Mit­te 1948 galt in den West­zo­nen ein gene­rel­les Koali­ti­ons­ver­bot für Ver­trie­be­ne.

Die ers­te lands­mann­schaft­li­che Grün­dung in den West­zo­nen auf dem Gebiet der spä­te­ren Bun­des­re­pu­blik war die am 12. Juli 1945 in Mün­chen gegrün­de­te Sude­ten­deut­sche Hilfs­stel­le. Die ers­ten Ver­trie­be­nen­or­ga­ni­sa­tio­nen ent­stan­den im kirch­li­chen Bereich als sozia­le Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen der Gemein­de­mit­glie­der. Poli­tisch-gesell­schaft­li­che Ver­trie­be­nen­or­ga­ni­sa­tio­nen konn­ten sich erst nach der Locke­rung des Koali­ti­ons­ver­bo­tes der West­al­li­ier­ten bil­den. Ab Ende 1948 schlos­sen sich Ver­trie­be­ne und Flücht­lin­ge auf regio­na­ler und über­re­gio­na­ler Ebe­ne zusam­men.

Der Impuls zur Grün­dung einer bun­des­wei­ten Lands­mann­schaft ging von Bay­ern aus, wo bereits 1946 in Mün­chen die „Ver­ei­ni­gung der Schle­si­er” gegrün­det wor­den war, der jedoch die Lizen­zie­rung ver­wei­gert wur­de.

Ende 1948, als man den Lizen­zie­rungs­zwang locker­te, wur­de aus der „Ver­ei­ni­gung der Schle­si­er” der „Schle­si­er­ver­band Bay­ern”, die Dach­or­ga­ni­sa­ti­on der inzwi­schen in Bay­ern gegrün­de­ten oder in der Grün­dung begrif­fe­nen Schle­si­er­ver­ei­ne. Der Schle­si­er­ver­band Bay­ern, der sich spä­ter „Lands­mann­schaft Schle­si­en, Lan­des­ver­band Bay­ern” nann­te, war also die Spit­zen­ver­tre­tung der etwa 500.000 Schle­si­er im Frei­staat Bay­ern.

Der „Schle­si­er­ver­band Bay­ern” wur­de Modell für den Auf- und Aus­bau der meis­ten ande­ren Lan­des­ver­bän­de. Anfang 1950 war es dann soweit, dass die Vor­sit­zen­den der ein­zel­nen Lan­des­ver­bän­de zur Grün­dung der „Lands­mann­schaft Schle­si­en für das Bun­des­ge­biet Deutsch­land und Ber­lin” ein­ge­la­den wer­den konn­ten. Am 26. März 1950 fand die kon­sti­tu­ie­ren­de Sit­zung im Bun­des­ver­trie­be­nen­mi­nis­te­ri­um in Bonn statt. Die dort beschlos­se­ne Sat­zung deck­te sich im All­ge­mei­nen mit der Sat­zung des Lan­des­ver­ban­des Bay­ern, nur dass nicht die Orts­grup­pen, son­dern die 10 Lan­des­ver­bän­de Mit­glie­der des zen­tra­len Ver­ban­des waren.

Die Grün­dungs­ver­samm­lung wähl­te Dr. Wal­ter Rin­ke zum ers­ten Bun­des­vor­sit­zen­den der Lands­mann­schaft. Fer­ner beschlos­sen die Dele­gier­ten im Okto­ber 1950 ein Bun­des­tref­fen, die soge­nann­te Schle­si­sche Hei­mat­wo­che, in Köln zu ver­an­stal­ten, die ein neu­er Höhe­punkt unse­rer lands­mann­schaft­li­chen Arbeit wer­den soll­te. Sie stand unter dem Leit­wort „Schle­si­en mel­det sich zu Wort” und wur­de von mehr als 150.000 Lands­leu­ten besucht.

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