Das Fest der heiligen Barbara

Seit Jahr­hun­der­ten gilt die Hei­li­ge Bar­ba­ra als Schutz­pa­tro­nin der Berg­leu­te. In Regio­nen mit lan­ger Berg­bau­tra­di­ti­on wie in Ober­schle­si­en wird sie beson­ders ver­ehrt. Das Fest der Hei­li­gen Bar­ba­ra wird von den Ober­schle­si­ern tra­di­tio­nell rund um den Bar­bara­tag am 4. Dezem­ber began­gen. Ein Fest­tag, der durch die schwar­zen Uni­for­men der Berg­män­ner mit ihren im Win­ter­wind flat­tern­den Feder­bu­schen — die schwar­zen, die der Berg­leu­te, die wei­ßen, die des Auf­sichts­per­so­nals oder die roten, die der Musi­ker der Berg­manns­blas­ka­pel­le — geprägt wird. Die pech­schwar­ze schi­cke Berg­manns­uni­form gehört unzer­trenn­lich zum Fest der Hei­li­gen Bar­ba­ra.

Bar­ba­ra- und Advents­fei­er der Kreis­grup­pe Bonn mit (v.l.) Bun­des­ge­schäfts­füh­rer Dami­an Spiel­vo­gel, Ger­hard Lang­schwa­ger und dem Bun­des­vor­sit­zen­den Ste­phan Rau­hut

Barbara, eine Schutzpatronin

Zum Advent gehört auch der Gedenk­tag der hei­li­gen Bar­ba­ra von Niko­me­di­en, den die Kir­che all­jähr­lich am 4. Dezem­ber begeht. Die­se starb der Legen­de nach im 3. Jahr­hun­dert als Mär­ty­re­rin in Niko­me­dia (Klein­asi­en), indem sie eigen­hän­dig von ihrem rei­chen Vater geköpft wur­de, weil sie sich wei­ger­te, einen heid­ni­schen Ehe­mann zu neh­men.

Die hei­li­ge Bar­ba­ra gehört zu den 14Nothelfern und gilt als Schutz­pa­tro­nin der Geo­lo­gen, Glöck­ner, Dach­de­cker, Artil­le­ris­ten und Ster­ben­den. Sie ist Hel­fe­rin bei Blitz- und Feu­er­ge­fahr, Patro­nin der Berg­leu­te, der Schle­si­er, der Gefan­ge­nen, der Archi­tek­ten und der Hel­fer des Tech­ni­schen Hilfs­werks (THW). In der Kunst wird die hei­li­ge Bar­ba­ra mit den fol­gen­den Hei­li­gen­at­tri­bu­ten dar­ge­stellt: ein Turm mit drei Fens­tern, Kelch und Hos­tie, Kano­nen­rohr oder Fackel.

Brauchtum

Nach einer alten Tra­di­ti­on wer­den am Bar­bara­tag Zwei­ge von einem Obst­baum (meist von einem Kirsch­baum, einem Apfel­baum) oder einer For­sy­thie geschnit­ten und ins Was­ser gestellt. Die­se Bar­ba­ra­zwei­ge sol­len bis zum Hei­li­gen Abend blü­hen und in der kal­ten und düs­te­ren Win­ter­zeit ein wenig Licht in die Woh­nung brin­gen. Dies geht zurück auf die Legen­de der hei­li­gen Bar­ba­ra: Auf dem Weg in das Gefäng­nis blieb Bar­ba­ra mit ihrem Gewand an einem Zweig hän­gen. Sie stell­te den abge­bro­che­nen Zweig in ein Gefäß mit Was­ser, und er blüh­te genau an dem Tag, an dem sie zum Tode ver­ur­teilt wur­de.

St. Barbara (Gedicht von Käthe Gutwein) 

Der Tag der hei­li­gen Bar­ba­ra!
Fei­er­lich ste­hen sie alle da,
die Män­ner, die aus des Ber­ges Nacht
das schwar­ze Gestein zu Tage gebracht,
das dort gele­gen seit Urwelt­zeit;
bald wird es vom roten Feu­er gefreit.
Fei­er­lich ste­hen sie alle da.
Es ist 4. Dezem­ber: St. Bar­ba­ra!

Du Schutz­pa­tro­nin, St. Bar­ba­ra,
Im Schmu­cke tre­ten sie alle dir nah’;
An dem Tscha­ko wiegt sich die schwar­ze Feder,
Schwarz ist ja alles, Anzug und Leder.
Dort sind die wei­ßen, Musik trägt rot.
In Ord­nung und Wür­de, wie nach Gebot
beginnt der Zug, und wer ihn sah’,
weiß, es ist heu­te St. Bar­ba­ra!

Zurück von der Kir­che St. Bar­ba­ra. -
Und es geschieht, was immer geschah,
Musik spielt lus­tig, die Federn win­ken,
in Ober­schle­si­en will man auch trin­ken,
sorg­los sich freu­en, den Tag genie­ßen,
wen soll­te das hei­te­re Volk ver­drie­ßen?
Und es geschieht, was immer geschah!
Nur ein­mal im Jahr ist St. Bar­ba­ra!