Hirschberger Tal

Pan­ora­ma des Hirsch­ber­ger Tals mit Rie­sen­ge­bir­ge. Blick aus Rich­tung Nor­den, Farb­zeich­nung um 1930

Das Hirsch­ber­ger Tal (pol­nisch Kot­lina Jele­nio­górs­ka) in Schle­si­en ist ein gro­ßer Tal­kes­sel auf der schle­si­schen Nord­sei­te der West­su­de­ten. Es liegt auf einer Höhe von 250 bis 400 m ü. NN und bedeckt eine Flä­che von 273 Qua­drat­ki­lo­me­tern. Im 19. Jahr­hun­dert zog die Land­schaft den preu­ßi­schen Hoch­adel an, der sich präch­ti­ge Schlös­ser, Her­ren­sit­ze und Parks errich­ten ließ.

Auf allen Sei­ten wird das Hirsch­ber­ger Tal von Teil­ge­bir­gen der Sude­ten ein­ge­rahmt. Es liegt zu Füßen des Rie­sen­ge­bir­ges, das zugleich sei­ne süd­li­che Begren­zung dar­stellt. Im Osten grenzt das Tal an den Lan­des­hu­ter Kamm, im Wes­ten an das Iser­ge­bir­ge sowie an die Vor­ber­ge des Iser­ge­bir­ges und im Nor­den an das Bober-Katz­bach-Gebir­ge. Der Bober durch­fließt das Tal ent­lang sei­ner Nord­sei­te, sei­ne Zuflüs­se Lom­nitz und Zacken flie­ßen, von Süd­os­ten und Süd­wes­ten kom­mend, jeweils ent­lang der Ost­sei­te und der West­sei­te des Tals und mün­den bei Hirsch­berg in den Bober. Hirsch­berg (poln. Jele­nia Góra) ist der namen­ge­ben­de Haupt­ort des Hirsch­ber­ger Tals und gilt zugleich als „Haupt­stadt“ des Rie­sen­ge­bir­ges.

His­to­risch stand das Hirsch­ber­ger Tal, wie ganz Schle­si­en, im frü­hen Mit­tel­al­ter abwech­selnd unter böh­mi­scher und pol­ni­scher Herr­schaft. Nach der Erobe­rung wei­ter Tei­le Schle­si­ens durch Fried­rich II. kam auch das Hirsch­ber­ger Tal zum König­reich Preu­ßen, ab 1816 als Teil der Pro­vinz Schle­si­en. Im 19. Jahr­hun­dert wur­den das Rie­sen­ge­bir­ge und das ihm vor­ge­la­ger­te Hirsch­ber­ger Tal zu einem belieb­ten Aus­flugs- und Feri­en­ort, Bad Warm­brunn ent­wi­ckel­te sich zum Kur­bad. Das Haus Hohen­zol­lern erwarb mit Fisch­bach, Erd­manns­dorf und Schildau selbst drei Land­sit­ze im Hirsch­ber­ger Tal, ande­re Fürs­ten­häu­ser folg­ten.

Heu­te gehört Hirsch­berg mit dem Tal zur pol­ni­schen Woi­wod­schaft Nie­der­schle­si­en.