Die Schlesischen Weber

Sehr geehr­te Damen und Her­ren, lie­be Leser!

Der schle­si­sche Weber­auf­stand von 1844 ist weit mehr als ein his­to­ri­sches Ereig­nis aus den Früh­zei­ten der Indus­tria­li­sie­rung. Er steht bis heu­te für den muti­gen Ver­such ein­fa­cher Men­schen, sich gegen Aus­beu­tung, sozia­le Käl­te und wirt­schaft­li­che Per­spek­tiv­lo­sig­keit zu weh­ren. Die Weber in Peters­wald­au und Lan­gen­biel­au erho­ben ihre Stim­me, weil ihre Arbeit ent­wer­tet und ihre Wür­de miss­ach­tet wur­de. Ihr Pro­test wur­de bru­tal nie­der­ge­schla­gen, doch sei­ne poli­ti­sche und kul­tu­rel­le Wir­kung reicht bis in die Gegen­wart. Der Auf­stand mach­te sicht­bar, dass wirt­schaft­li­cher Fort­schritt ohne sozia­le Ver­ant­wor­tung kei­ne Zukunft haben kann. Gera­de in einer Zeit wach­sen­der Unsi­cher­heit erin­nert Schle­si­en an eine zen­tra­le euro­päi­sche Erfah­rung: Frei­heit und Wohl­stand müs­sen gerecht ver­teilt wer­den. Mit die­sem The­ma hat sich Mar­kus Jung­hans gekonnt auseinandergesetzt.

Eben­so bedeut­sam sind die 37. Schle­si­schen Musik­fes­te 2026. Sie ver­bin­den die Erin­ne­rung an die beweg­te Geschich­te der Regi­on mit einem offe­nen, moder­nen Kul­tur­ver­ständ­nis. Musik schafft Begeg­nung über Gren­zen hin­weg und macht Schle­si­en erneut zu einem Ort des Aus­tauschs zwi­schen Deutsch­land, Polen und Tsche­chi­en. Die Fes­ti­vals zei­gen, dass kul­tu­rel­les Erbe nicht im Muse­um ver­stau­ben darf, son­dern leben­dig blei­ben muss. Gera­de jun­ge Men­schen erhal­ten dadurch Zugang zu einer Regi­on, deren Geschich­te oft von Kon­flik­ten geprägt war, deren Zukunft jedoch im gemein­sa­men kul­tu­rel­len Dia­log liegt. Der Weber­auf­stand und die Musik­fes­te ste­hen des­halb gemein­sam für ein Schle­si­en, das Erin­ne­rung und Auf­bruch mit­ein­an­der ver­bin­det. Lesen Sie mehr zu die­sem The­ma in der vor­lie­gen­den Ausgabe.

Herz­li­che Grü­ße
Ihr Dami­an Spielvogel

Bild auf der Titel­sei­te: Jugend bei dem Sude­ten­deut­schen Tag 2026 (Foto: Bund der Vertriebenen)

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In die­ser Aus­ga­be: Die Schle­si­schen Weber. Wür­de, Hun­ger und der Ruf nach Gerech­tig­keit. Von Mar­kus Jung­hans | Der 76. Sude­ten­deut­sche Tag. Ein gro­ßes Frie­dens­fest in Brünn | Schle­si­sche Musik­fes­te 2026. Ein Fest des Frie­dens zu Chris­ti Him­mel­fahrt | Schle­si­ens Erbe als Bin­de­glied. Früh­lings­se­mi­nar in Bad Zie­gen­hals | Jubi­lä­ums­mai­an­dacht in Vel­bert: „Schle­si­sche Mai­an­dach­ten wie in alten Zei­ten“ | Der schle­si­sche Hiob. In Erin­ne­rung an Johann Heer­mann […] u.v.m.