St. Barbara

St. Bar­ba­ra (Gedicht von Käthe Gut­wein)                                                    

Der Tag der hei­li­gen Bar­ba­ra!
Fei­er­lich ste­hen sie alle da,
die Män­ner, die aus des Ber­ges Nacht
das schwar­ze Gestein zu Tage gebracht,
das dort gele­gen seit Urwelt­zeit;
bald wird es vom roten Feu­er gefreit.
Fei­er­lich ste­hen sie alle da.
Es ist 4. Dezem­ber: St. Bar­ba­ra!

Du Schutz­pa­tro­nin, St. Bar­ba­ra,
Im Schmu­cke tre­ten sie alle dir nah’;
An dem Tscha­ko wiegt sich die schwar­ze Feder,
Schwarz ist ja alles, Anzug und Leder.
Dort sind die wei­ßen, Musik trägt rot.
In Ord­nung und Wür­de, wie nach Gebot
beginnt der Zug, und wer ihn sah’,
weiß, es ist heu­te St. Bar­ba­ra!

Zurück von der Kir­che St. Bar­ba­ra. -
Und es geschieht, was immer geschah,
Musik spielt lus­tig, die Federn win­ken,
in Ober­schle­si­en will man auch trin­ken,
sorg­los sich freu­en, den Tag genie­ßen,
wen soll­te das hei­te­re Volk ver­drie­ßen?
Und es geschieht, was immer geschah!
Nur ein­mal im Jahr ist St. Bar­ba­ra!