Schlesische Kulturtage in Duderstadt

Muns­ter, den 16. Okto­ber 2015 | Die dies­jäh­ri­gen Kul­tur­ta­ge der Lands­mann­schaft Schle­si­en in Nie­der­sach­sen wur­den vom 12. bis 14. Okto­ber erneut in Duder­stadt im Eichs­feld ver­an­stal­tet. Schle­si­er aus dem Hei­de­kreis nah­men nicht nur als Zuhö­rer dar­an teil. Die Pres­se­re­fe­ren­tin des Lan­des­ver­ban­des, Jut­ta Grae­ve-Wölb­ling aus Sol­tau, hielt, wie vor Kur­zem bei ihren Lands­leu­ten in Muns­ter, einen bewe­gen­den und viel beach­te­ten Vor­trag aus Anlass der 65. Wie­der­kehr der Ver­ab­schie­dung der Char­ta der deut­schen Hei­mat­ver­trie­be­nen. Die Reprä­sen­tan­ten von fast 13 Mil­lio­nen Hei­mat­ver­trie­be­nen Deut­schen hat­ten am 5. August 1950 vor den Rui­nen des neu­en Stutt­gar­ter Schlos­ses vor Zehn­tau­sen­den das Doku­ment ver­kün­det. Inzwi­schen wird die­ses Doku­ment, das auch als Grund­stein für die Ver­ei­ni­gung Euro­pas gese­hen wird, gera­de auch in Polen als bei­spiel­haft ange­se­hen und ent­spre­chend gewür­digt. Es lässt sich wohl nicht ver­hin­dern, dass der Teil­neh­mer­kreis an den Kul­tur­ta­gen immer klei­ner und älter wird.Schlesische Kulturtage DuderstadtDer Lan­des­vor­sit­zen­de Hel­mut Sau­er konn­te den­noch wie­der gut 70 Schle­si­er aus den Kreis- und Orts­grup­pen des Lan­des will­kom­men hei­ßen. Die Ver­samm­lung gedach­te gleich zu Beginn des kürz­lich ver­stor­be­nen lang­jäh­ri­gen Kul­tur­re­fe­ren­ten Ulrich Goede aus Bad Mün­der. Er hat sich gro­ße Ver­diens­te erwor­ben und auch die­se Tagung noch mit vor­be­rei­tet. Dr. Ger­hard Dan­nert, Cel­le, stell­te in einem Licht­bil­der­vor­trag sei­ne Hei­mat­stadt Müns­ter­berg vor. Ihm blieb es nicht erspart, dabei auch sei­nen Lands­mann Karl Den­ke zu erwäh­nen, der über eine Zeit­span­ne von 20 Jah­ren in sei­ner ehr­wür­di­gen Hei­mat­stadt nicht weni­ger als 30 Men­schen ermor­de­te und auf­aß. Der Lan­des­vor­sit­zen­de per­sön­lich erin­ner­te in leben­di­gen Vor­trä­gen an Dr. Her­bert Cza­ja, Micha­el Graf von Matu­sch­ka und nicht zuletzt an Dr. Her­bert Hup­ka, der in die­sem Jahr 100 Jah­re alt gewor­den wäre. Dr. Idis Hart­mann, Olden­burg, stell­te den aus Nie­der­sach­sen stam­men­den Fried­rich Wil­helm Graf von Reden vor, der durch sein Wir­ken Schle­si­en auf unver­gleich­li­che Wei­se mit­ge­prägt hat. Er starb vor 200 Jah­ren. Man­fred Rich­ters (Hil­des­heim) auf­schluss­rei­cher Bericht über die dies­jäh­ri­ge Begeg­nungs­fahrt des Schle­si­schen Kreis-, Städ­te- und Gemein­de­ta­ges mach­te ein­mal mehr deut­lich, dass es ins­be­son­de­re die Hei­mat­ver­trie­be­nen sind, die die wich­ti­gen Trä­ger von Ver­söh­nung und Ver­stän­di­gung mit den euro­päi­schen Nach­barn, den Polen sind. Das Ehe­paar Ernst-August und Edith Jacobs, Cux­ha­ven glänz­te erneut mit einem unver­gess­li­chen Vor­trag über berühm­te Nicht-Schle­si­er und ihre kul­tu­rel­len Bei­trä­ge für Schle­si­en. Dazu gehör­ten natür­lich Hed­wig von Andechs, die Patro­nin Schle­si­ens, Künst­ler aller Dis­zi­pli­nen, die im Land an der Oder ihre unver­gleich­li­chen Spu­ren hin­ter­las­sen haben und eben auch Per­sön­lich­kei­ten, wie der bereits erwähn­te und gera­de­zu legen­dä­re Graf von Reden. Natür­lich durf­te ein Hei­mat­abend nicht im Pro­gramm feh­len, den die Wolfs­bur­ge­rin Adel­heid Mosch­ner vor­be­rei­tet hat­te. Am letz­ten Tag infor­mier­te der stän­dig für und in Schle­si­en akti­ve Lan­des­vor­sit­zen­de über die vie­len poli­ti­schen Fra­gen und viel­fäl­ti­gen Akti­vi­tä­ten, die auf der Tages­ord­nung ste­hen. Wie ein Roter Faden tauch­te immer wie­der der Hin­weis aus einer kürz­lich vom Bun­des­prä­si­den­ten gehal­te­nen Rede auf, dass Ver­söh­nung und Wahr­haf­tig­keit nicht zu tren­nen sei­nen.

Text und Foto: Diet­rich Breu­er  
Foto: Etwa 70 Schle­si­er aus ganz Nie­der­sach­sen tra­fen sich in Duder­stadt zu den dies­jäh­ri­gen Kul­tur­ta­gen.

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