Hindenburg O.S.: Ein Beitrag aus Anlass der Stadtwerdung vor 85 Jahren

Okto­ber 2007 | Vor 85 Jah­ren wurde dem dama­li­gen „größ­ten Dorf Euro­pas“ das Stadt­recht ver­lie­hen. Nur fünf Jahre spä­ter ent­wi­ckelte sich Hin­den­burg O.S. nach Bres­lau zur zweit­größ­ten Stadt in Schle­sien. Es wird sehr oft ver­ges­sen, dass der erste Name der Stadt „Hin­den­burg O.S.“ – und nicht „Zab­rze“ – lau­tete. Aus dem Anlass der Stadt­wer­dung vor 85 Jah­ren wol­len wir eine kurze Gesichte die­ser Stadt präsentieren.

Zabrze-HindenburgErst­mals erwähnt wurde die eigen­stän­dige kleine Sied­lung Zab­rze, inner­halb des sog. Hin­den­bur­ger Sied­lungs­flurs im 13. Jahr­hun­dert als “Sad­bre sive Cunczin­dorf” (d.h. Sabre oder Cunczin­dorf = das Dorf des Cun­zen bzw. des Con­rads) und befand sich danach unter böh­mi­scher, habs­bur­gi­scher und preu­ßi­scher Herr­schaft, somit stets mit dem deut­schen Kul­tur­kreis ver­bun­den. Die älteste Sied­lung inner­halb des jet­zi­gen Stadt­ge­bie­tes ist Bis­ku­pitz (1243).

Im Jahre 1873 wurde in der Land­ge­meinde Zab­rze das Land­rats­amt für den gleich­na­mi­gen neuen Kreis ein­ge­rich­tet. Die­ser war im Süden des bis­he­ri­gen Krei­ses Beu­then O/S im Regie­rungs­be­zirk Oppeln der preu­ßi­schen Pro­vinz Schle­sien ent­stan­den. Die Land­ge­meinde Zab­rze wurde am 21. Februar 1915 – mit­samt dem Land­kreis zu Ehren des Gene­ral­feld­mar­schalls Paul von Hin­den­burg in Hin­den­burg O.S. (O.S. = Ober­schle­sien) — auf Beschlus­ses des Land­krei­ses — umbe­nannt. Nach der Auf­lö­sung der Pro­vinz Schle­sien im Novem­ber 1919 ging aus dem Regie­rungs­be­zirk Oppeln die eigen­stän­dige Pro­vinz Ober­schle­sien her­vor. Hin­den­burg O.S. gehörte somit zur Pro­vinz Oberschlesien.

Zum 1. Okto­ber 1922 wurde der bis­he­ri­gen Land­ge­meinde Hin­den­burg O.S. (dem dama­li­gen “größ­ten Dorf” Euro­pas) das Recht der Städte-Ordnung für die sechs öst­li­chen Pro­vin­zen der preu­ßi­schen Mon­ar­chie vom 30. Mai 1853 verliehen.

Postkarte 1906Am 1. Januar 1927 wurde der Kreis Hin­den­burg O.S. auf­ge­löst und die Stadt­ge­meinde Hin­den­burg O.S. bil­dete fortan mit dem gesam­ten rest­li­chen Kreis­ge­biet – ohne die Land­ge­meinde Sos­nitza und den Guts­be­zirk Sos­nitza – den neuen Stadt­kreis Hin­den­burg O.S. (Kreis­freie Stadt). Fol­gende Gemein­den wur­den ein­ge­mein­det: Biskupitz-Borsigwerk, Mathes­dorf und Gesamt­ge­meinde Zaborze. Am 1. April 1938 wur­den die bis­he­ri­gen preu­ßi­schen Pro­vin­zen Nie­der­schle­sien und Ober­schle­sien wie­der zur Pro­vinz Schle­sien zusam­men­ge­fasst, um am 18. Januar 1941 als Gaue wie­der in Ober– und Nie­der­schle­sien auf­ge­teilt zu wer­den. Hin­den­burg O.S., inzwi­schen nicht mehr dem Regie­rungs­be­zirk Oppeln, son­dern dem von Kat­to­witz unter­stellt. Am 24. Januar 1945 wurde die Stadt durch die Rote Armee besetzt (Orts­teil Biskupitz-Borsigwerk erst am 28. Januar) und trat danach unter pol­ni­sche Ver­wal­tung (19.03.1945).

1951 erfolgte die Ein­ge­mein­dung von Mako­schau, Kun­zen­dorf, Pauls­dorf, Mikult­schütz, Rokitt­nitz, Pil­zen­dorf spä­ter auch Hele­nen­hof. 1953 hat die Stadt Essen (Ruhr­ge­biet) die Paten­schaft über Hin­den­burg O.S. über­nom­men. In die­sem Jahr fand auch das erste Hin­den­bur­ger Hei­mat­tref­fen statt.  Der­zeit wird diese Paten­schaft als eine Paten­schaft über die Hin­den­bur­ger ver­stan­den. Seit 2000 wird diese um eine Stäste­ko­ope­ra­tion mit Erfolg ergänzt.