Herkunft des Namens Schlesien

In der zwei­ten Hälf­te des 2. Jahr­tau­sends v. Chr. (spä­te Bron­ze­zeit) gehör­te Schle­si­en zur Lau­sit­zer Kul­tur. Deren Trä­ger wer­den von eini­gen tsche­chi­schen und pol­ni­schen – weni­ger dage­gen von deut­schen – Wis­sen­schaft­lern als Vor­fah­ren der Sla­wen ange­se­hen. Die­se Wis­sen­schaft­ler ste­hen damit quer zur übli­chen Annah­me, die Sla­wen sei­en im 5. und 6. nach­christ­li­chen Jahr­hun­dert aus den Gebie­ten zwi­schen Dne­pr und Bug nach Wes­ten gewan­dert. Um die Zei­ten­wen­de wur­de Schle­si­en von Silin­gern, Van­da­len, Lugi­ern und ande­ren ger­ma­ni­schen Völ­kern besie­delt. Für die­sen Zeit­ab­schnitt sind Schrift­zeug­nis­se anti­ker Autoren fass­bar, die das Gebiet in ihre Berich­te über den als Magna Ger­ma­nia bezeich­ne­ten Sied­lungs­raum zwi­schen Rhein und Weich­sel ein­be­zo­gen.

Die Mei­nun­gen nach der Her­kunft des Namens Schle­si­en (latei­nisch Sile­sia) gehen in zwei Rich­tun­gen:

  1. Er gehe auf den van­da­li­schen Stamm der Silin­ger zurück. Nach dem Abzug oder Unter­gang der Silin­ger im Zuge der Völ­ker­wan­de­rung im 5. Jahr­hun­dert besie­del­ten nach 500 west­sla­wi­sche Stäm­me aus dem Osten Schle­si­en erneut, von denen die Namen der Golen­si­zen, Opola­nen, Slens­a­nen, Dedo­si­zen, Tre­bo­wa­nen und Bob­o­ra­nen über­lie­fert sind.
  2. Er gehe zurück auf den Namen des Flus­ses Ślęza bezie­hungs­wei­se des Ber­ges Ślęża (genannt auch Sobót­ka), Ort eines alt­sla­wi­schen Kul­tes. Der Berg Ślęża (deutsch Zob­ten) liegt zen­tral in Schle­si­en; der Name selbst knüpft auf das Wort „ślęg“, „śląg“, was nas­ses, moo­ri­ges Ter­rain, Sumpf­ge­biet bedeu­tet.

Eine Kom­bi­na­ti­on bei­der Mei­nun­gen wird in der moder­nen For­schung ver­tre­ten: Der Name der Land­schaft gehe auf den des Ber­ges zurück, die­ser wie­der­um auf den der Silin­ger.


Die­ser Arti­kel basiert auf dem Arti­kel Schle­sien aus der frei­en Enzy­klo­pä­die Wiki­pe­dia und steht unter der „Crea­tive Com­mons Attribution/Share Ali­ke“. In der Wiki­pe­dia ist eine Lis­te der Auto­ren ver­füg­bar.